UPDATE: Was geht! (ab dem 26.07.)

Und wieder gilt die nächste Landesverordnung zur Bekämpfung des Coronavirus und das seit dem 26.07.2021.

(Bitte beachten Sie, dass auch diese Aufstellung nicht rechtsverbindlich ist und wir keine Gewähr übernehmen. Beim Studium der Verordnung lesen Sie bitte auch die Hinweise und Erläuterungen am Ende der Website der Landesregierung.)

 

Was sich geändert hat:

Es gibt ab sofort keine konkrete Begrenzung der Personenzahl mehr. Außerdem muss außerhalb geschlossener Räume (nun auch auf den Verkehrswegen) keine Maske mehr getragen werden (es sei denn, es handelt sich um Veranstaltungen mit Eventcharakter, also z.B. Festivals, siehe §5e).

 

Änderung des Abstandsgebotes

In "§5c Veranstaltungen mit Sitzungscharakter" gibt es allerdings auch eine größere Änderung und zwar in Bezug auf das Abstandsgebot. Normalerweise soll der überall 1,5 Meter betragen, also beim Publikum wie auch bei den Ausführenden.

§5c Absatz 2 (feste Sitzplätze) und Absatz 3 (feste Stehplätze) geben nun Möglichkeiten vor, wie man den notwendigen Abstand zwischen den teilnehmenden Personen auf einer Veranstaltung verringern kann. Zunächst zu den festen Sitzplätzen:
Es muss sichergestellt sein, dass
- nur die Hälfte der Plätze besetzt werden (nur relevant, wenn man eine unverschiebbare/feste Bestuhlung hat)
- maximal 25 Personen direkt (ohne Mindestabstand) nebeneinander sitzen (da sich ab sofort ja bis zu 25 Personen (privat) treffen dürfen)
- UND innerhalb geschlossener Räume alle eine Maske auch auf den Sitzplätzen tragen!

Das bedeutet für Chor- & Ensembleproben, dass außerhalb geschlossener Räume die Möglichkeit besteht, den Mindestabstand zu verringern. Auf wie viel verringert werden darf, gibt die Verordnung nicht genau an. Es wird aber davon ausgegangen, dass 75cm nicht unterschritten werden.
Innerhalb geschlossener Räume müsste eine Maske getragen werden, um die Abstände zu verringern. Das kann für Ensembles ohne Sänger:innen und Bläser:innen (z.b. Streichorchester) eine Möglichkeit sein - für Gesang und Blasinstrumente innerhalb geschlossener Räume gilt allerdings eh der §5 Absatz 3. In jenem steht u.a. dass sich ein Hygienekonzept "auch zu erhöhten Mindestabständen verhalten muss", insofern kann man nicht im gleichen Atemzug die Abstände verringern.

Die Maßgabe, dass innerhalb geschlossener Räume eine Maske getragen werden muss um einen geringeren Abstand halten zu können, fällt weg, sobald es sich um passive Konzertbesucher:innen handelt. Somit entsteht dadurch die Möglichkeit mehr Publikum zuzulassen ohne eine Maskenpflicht durchsetzen zu müssen. Vorausgesetzt natürlich das Publikum verhält sich "passiv" und singt nicht mit oder jubelt oder dergleichen.

Für verringerten Abstand bei Stehplätzen sind die Anforderungen ein bisschen höher, da die Möglichkeit besteht noch enger zusammen zu stehen.

 

Für alle weiteren und genaueren Informationen zu dem Thema "verringerter Mindestabstand" lesen Sie bitte die Verordnung und auch die Anmerkungen unterhalb der Verordnung.

Unsere Empfehlung: Wenn Sie die Möglichkeit platztechnisch haben, gehen Sie mit mindestens 1,5 Meter Abstand auf Nummer sicher. Sollten Sie doch planen, den Abstand zu verringern und Sie sind sich nicht ganz sicher, ob Sie das jetzt dürfen, wenden Sie sich bitte an Ihre zuständigen Gesundheitsämter.

 

Hygienekonzept

Für alle Aktivitäten gelten Hygieneregeln und meistens sind Hygienekonzepte notwendig. Die maßgebliche Behörde zur Genehmigung und auch zur Auskunft sind die örtlichen Gesundheitsämter.

Wir empfehlen die Hygienekonzepte Ihrer Veranstaltung dem Gesundheitsamt zur Kenntnis vorzulegen.

Wie ausführlich ein Hygienekonzept sein sollte wird häufig von jeder Gemeinde ein wenig anders interpretiert. In §4 der Landesverordnung wird aufgelistet, was ein Hygienkonzept beinhalten sollte. Desweiteren werden für Proben und Konzerte innerhalb geschlossener Räume besondere Anforderungen an ein Hygienekonzept gestellt.(s.unten)
Der Bund deutscher Blasmusikverbände hat ein gutes und ausführliches Muster-Hygienekonzept erstellt. Es bezieht sich zwar auf die Verordnung in Baden-Württemberg, kann aber fast problemlos auf Schleswig-Holstein übertragen werden. Folgende Dinge unterscheiden sich:

- "Die Probe findet explizit zur Vorbereitung eines in Planung stehenden Konzertes/öffentlicherAufführung statt." (zu finden unter 1.1. Probenvoraussetzung)
In S-H ist dies nicht der Fall.

- Für Konzerte in Schleswig-Holstein innerhalb geschlossener Räume muss zusätzlich auf das Thema "Testung der Musizierenden" eingegangen werden. (s.u.) (Das Konzept geht explizit nicht auf Konzerte etc. ein)

- Im Muster-Hygienekonzept werden 2 Meter Mindestabstand angegeben. Rein rechtlich werden in Schleswig-Holstein allerdings "nur" 1,5 Meter benötigt. Man kann das Konzept also dahingehend anpassen, aber natürlich ist mehr Abstand (und ein größerer und auch höherer Raum) immer sicherer, sollte man die nötigen Raum-Kapazitäten haben. Und natürlich gilt immer: "Open-air-Probe ist der Königsweg." (Zitat aus dem Muster-Hygienekonzept)

 

Die Regeln "kurz" zusammengefasst

Band-, Chor- & OrchesterPROBEN (gilt auch für Konzerte, bei denen es sich um eine berufliche Tätigkeit oder Prüfung handelt)

Außerhalb geschlossener Räume
- NEU: keine Beschränkung der Personenanzahl
- keine Testpflicht
- NEU: keine Maskenpflicht
- Mindestabstand 1,5m
- Kontaktdatenerhebung
- Hygienekonzept

Innerhalb geschlossener Räume
- NEU: keine Beschränkung der Personenanzahl
- es besteht keine Testpflicht
- Maskenpflicht außer an den festen Sitz-/Stehplätzen bzw. auf den Verkehrsflächen (s. §5c Absatz 1)
- Mindestabstand 1,5m
- Kontaktdatenerhebung
- Hygienekonzept (mit besonderen Augenmerk auf
                                - "erhöhten Mindestabständen,
                                - der Reinigung und Desinfektion gemeinsam genutzter Gegenstände,
                                - dem Umgang mit Kondenswasser bei Blasinstrumenten,
                                - der Eindämmung der Aerosolausbreitung bei Blasinstrumenten
                                - und der Anordnung der Akteurinnen und Akteure zueinander")

Die genannten Regeln gelten für Proben.
Außerdem gelten die Regeln auch für Veranstaltungen mit Publikum - in der Regel also Konzerte. Allerdings nur sofern es sich um "Prüfungen oder berufliche Tätigkeiten handelt". Zwischen den Instrumente (auch Blasinstrumente) und Gesang wird nicht weiter unterschieden.

 

Bei Konzerten, die keine Prüfung sind oder keine berufliche Tätigkeit darstellen, gelten schärfere Regeln innerhalb geschlossener Räume:

Band-, Chor- & Orchesterkonzerte: (Veranstaltungen mit Publikum)

Außerhalb geschlossener Räume
- siehe Band-, Chor- & Orchesterproben

Innerhalb geschlossener Räume
- NEU: keine Beschränkung der Personenanzahl
- Entweder mit Testpflicht der musizierenden Personen oder ohne Testpflicht, dann aber mit Maskenpflicht beim Singen und Blasinstrumente dürfen nicht musizieren. (s. §5 Absatz 3) Das bedeutet, das zum Beispiel auch Gemeindegesang mit Maske möglich ist ohne, dass sich alle Gottesdienstbesucher:innen vorher testen lassen müssen (s. Erläuterungen zu §13 Absatz 1)
- Maskenpflicht außer an den festen Sitz-/Stehplätzen bzw. auf den Verkehrsflächen (s. §5c Absatz 1)
- Mindestabstand 1,5m
- Kontaktdatenerhebung
- Hygienekonzept (mit besonderen Augenmerk auf
                                - "erhöhten Mindestabständen,
                                - der Reinigung und Desinfektion gemeinsam genutzter Gegenstände,
                                - dem Umgang mit Kondenswasser bei Blasinstrumenten,
                                - der Eindämmung der Aerosolausbreitung bei Blasinstrumenten
                                - und der Anordnung der Akteurinnen und Akteure zueinander")

 

 

Im Musikunterricht (gilt nicht für allgemeinbildende Schulen) sind die Regeln gleich geblieben.

Einzelunterricht ist innerhalb geschlossener Räume unter Einhaltung der Mindestanforderungen an die Hygiene nach §4 Absatz (1) erlaubt.
Für Musikunterricht ist auch die >Handlungsempfehlung des Musikschulverbandes< hilfreich.

Für die Bedingungen an Schulen in SH beachten Sie bitte die Seite des Landesverbandes SH des BMU (Bundesverband Musikunterricht) und dessen Veröffentlichungen in den "Hygieneleitfäden Schule".

 

 

 

Aus den "FAQs" der Landesregierung

Die Landesregierung gibt selbst auf ihrer Internetseite eine Interpretation zum Thema Chorproben/Musikveranstaltungen. Diese geben wir hier wieder

(abgerufen am 28.07.2021 um 11:42 Uhr):

Chorproben dürfen im Stehen und Sitzen stattfinden. Bei allen Chorproben ist ein allgemeines Hygienekonzept zu erstellen und die Kontaktdaten sind zu erheben. Die üblichen Abstandsregeln sind einzuhalten. Es gelten folgende Voraussetzungen:

Innerhalb geschlossener Räume:

Grundsätzlich ist beim Singen oder Musizieren innerhalb geschlossener Räume eine qualifizierte Mund-Nasen-Bedeckung (d. h. eine medizinische oder vergleichbare Maske oder eine Maske ohne Ausatemventil der Standards FFP2, FFP3, N95, KN95, P2, DS2 oder KF94) zu tragen. Der Gebrauch von Blasinstrumenten innerhalb geschlossener Räume ist unzulässig.

Dies gilt nicht, wenn:

- Die Chorprobe beruflichen Zwecken oder Prüfungszwecken dient oder
- kein Publikum anwesend ist oder
- nur Personen mit einem maximal 24 Stunden alten negativen Testergebnis, vollständig Geimpfte oder Genesene ohne qualifizierte Mund-Nasen-Bedeckung singen oder Blasinstrumente spielen. Es ist jeweils ein Nachweis zu erbringen. Für weitere Informationen siehe "Getestet/Genesen/Geimpft"
- und in allen drei oben aufgeführten Fällen ein spezielles Hygienekonzept erstellt wird, in dem zu erhöhten Mindestabständen, der Reinigung und Desinfektion gemeinsam genutzter Gegenstände, der Anordnung der Akteur:innen zueinander und (bei Blasinstrumenten) zusätzlich auf den Umgang mit Kondenswasser und die Eindämmung der Aerosolausbreitung eingegangen wird.

Wenn Publikum anwesend ist, darf nur dann keine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden, sofern alle Personen, die musizieren, über ein aktuelles negatives Testergebnis (oder über einen Impf- oder Genesenennachweis) verfügen.

Auf Verkehrsflächen (Wege zu den Plätzen, Gänge; die Teilnehmer:innen befinden sich also nicht auf festen Plätzen)  ist bei Chorproben, die als Veranstaltungen mit Sitzungscharakter zu verstehen sind, immer eine qualifizierte Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

Die gleichen Vorgaben gelten beim Gebrauch von Blasinstrumenten innerhalb geschlossener Räume, wobei im Hygienekonzept zusätzlich auf den Umgang mit Kondenswasser und die Eindämmung der Aerosolausbreitung eingegangen werden muss.

Außerhalb geschlossener Räume:

- Es darf im Stehen oder Sitzen gesungen/musiziert werden.
- Es muss während des Singens nur dann keine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden, wenn die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die üblichen Abstandsregeln einhalten.
- Ebenfalls muss während des Singens keine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden, wenn die Teilnehmerinnen und Teilnehmer statt der Einhaltung der üblichen Abstandsregeln auf oder vor festen Sitzplätzen stehen oder sitzen, nur die Hälfte, bei Stehplätzen nur 25 Prozent der zur Verfügung stehenden Plätze belegt ist und vor, hinter und neben dem Teilnehmer niemand oder nur maximal 24 weitere Personen agieren.

Die Teilnehmer:innen benötigen keinen negativen Test.

Straßenmusik ist erlaubt, es gelten nicht die Anforderungen für Veranstaltungen. Die allgemeinen Abstandsregeln sind jedoch einzuhalten.

 

Für mehr Informationen und zu weiteren Ausnahmen siehe: Ausbildung und außerschulische Bildungseinrichtungen

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