Studie zum Musikunterricht in der Grundschule

(c) Hartmut Schröder
Dr. Volker Mader

Den Grundschulen in Deutschland gehen die Musiklehrer aus. Dies ist das Ergebnis einer vom Deutschem Musikrat, der Konferenz der Landesmusikräte sowie der Bertelsmann Stiftung gemeinsam beauftragten bundesweiten Erhebung, die erstmals belastbare Zahlen zur Situation des Musikunterrichts auf Länderebene liefert.

Die Studienautoren stellen fest, dass Musik in Schleswig-Holstein bereits „curricular einen vergleichsweise geringen Stellenwert“ einnimmt. Aufgrund aktuell bestehenden Lehrermangels werden mehr als 40% der Musikstunden fachfremd – also durch Lehrkräfte anderer Fächer – erteilt. Fast ein Drittel der schleswig-holsteinischen Schulen (29,3%) haben keine Fachlehrkraft für Musik. Die Verfasser der Studie gehen weiterhin davon aus, dass fast drei Prozent der Grundschüler in der gesamten Grundschulzeit keinen Musikunterricht erhalten.

Prognostiziert für das Jahr 2028 wird sich die Situation im gesamten Bundesgebiet ebenso wie in Schleswig-Holstein verschärfen. Aufgrund der Altersstruktur der Musiklehrkräfte an den Schulen und der geringen Zahl an Studienabsolventen wird der Bedarf nicht zu decken sein. Für 2028 wird ein ungedeckter Bedarf von 666 Musiklehrkräften in Schleswig-Holstein geschätzt.

Dazu Dr. Volker Mader, Präsident des Landesmusikrates: „Musikalische Bildung ist ein Grundbaustein der Persönlichkeitsentwicklung und eine wichtige gesellschaftliche Ressource. Nur in der Grundschule werden nahezu alle Kinder erreicht. Es muss oberste Priorität sein, hier für verlässlichen Fachunterricht zu sorgen.“

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