Schlussstrich unter die Eutiner Festspiele?
Traditionsreiches Festival vor dem Aus
Die Eutiner Festspiele sagen die Spielzeit 2026 ab und stellen zugleich die Zukunft des Festivals grundsätzlich infrage, nachdem die ehrenamtlich geführten Strukturen den gestiegenen organisatorischen und finanziellen Anforderungen eines der größten Kulturereignisse der Region nicht mehr gerecht werden konnten. Als ältestes Musikfestival Schleswig-Holsteins gehen die Festspiele auf privates Engagement zurück und wurden bis heute durch eine privat getragene gemeinnützige GmbH verantwortet, was über Jahrzehnte hinweg ein beeindruckendes Beispiel bürgerschaftlicher Kulturarbeit darstellte. Trotz großer künstlerischer Erfolge, wachsender Besucher*innenzahlen und nachweislich erheblicher wirtschaftlicher Effekte für Stadt und Region blieb der Versuch erfolglos, gemeinsam mit der Stadt Eutin tragfähige professionelle Strukturen zu entwickeln, sodass die Verantwortlichen schweren Herzens entschieden haben, die beiden geplanten Produktionen abzusagen und die Gesellschaft perspektivisch abzuwickeln.
Strukturelle Grenzen ehrenamtlicher Festivalorganisation
Der Landesmusikrat Schleswig-Holstein bewertet diese Entwicklung als deutliches Signal für die strukturellen Herausforderungen im Kulturbereich, denn wachsende Anforderungen an Organisation, Kooperationen, Marketing und Infrastruktur lassen sich dauerhaft nicht allein auf ehrenamtlichem Engagement tragen. Zugleich sind spürbare Auswirkungen auf die Musikszene sowie auf Tourismus und lokale Wirtschaft zu erwarten, weshalb der Landesmusikrat eine stärkere kulturpolitische Verantwortung für zentrale kulturelle Infrastrukturen einfordert.
Dazu erklärt die Präsidentin des Landesmusikrates Alexandra Ehlers: „Kulturpolitik in Schleswig-Holstein heißt zu oft, dass die öffentliche Hand sich auf selbstausbeutendes privates Engagement verlässt. Zentrale kulturelle Infrastrukturen brauchen personelle hauptamtliche Ressourcen, die ehrenamtliches Engagement unterstützen.“