Marion Petersen - Kulturausschuss-Vorsitzende des Bundes Deutscher Nordschleswiger

Foto: privat

Welche besonderen Merkmale hat aus Ihrer Sicht das schleswig-holsteinische Musikleben?

Das schleswig-holsteinische Musikleben ist geprägt von Vielfalt – inhaltlich sowie strukturell. Jegliche Musikrichtungen werden in Schleswig-Holstein ausgeübt. Akteure agieren autonom, in Vereinen oder anderen Organisationsformen. Es besteht eine Ausgeglichenheit zwischen kommerziellen und ehrenamtlichen Musikakteuren. Um jedoch diese Strukturen bewahren und weiterentwickeln zu können, müssen die Rahmenbedingungen von Seiten der Politik vernünftig gestaltet werden. Ein Aspekt in diesem Kontext ist die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit dem Landesteil Nordschleswig auf dänischer Seite.

Welche Schwierigkeiten ergeben sich für Sie beim Musizieren / bei Ihrem musikalischen Engagement?

Im Bereich Klassik kommt man an Deutschland und deutschen Komponisten kaum vorbei. Daher ist der Landesteil Nordschleswig in diesem Bereich sehr gut bedient – vor allem auch durch Akteure aus Schleswig-Holstein (z.B. SHMF Konzerte auf dänischer Seite). Im Rock- und Popsegment hat es die deutsche Musik jedoch weitaus schwerer. Bands und Künstler, die aus Deutschland kommen (ganz gleich, ob auf Deutsch oder Englisch gesungen wird) und in Deutschland auch erfolgreich sind, starten nur äußerst selten in Dänemark durch. Aber gerade um junge Menschen auf dänischer Seite für Deutschland und die deutsche Sprache zu begeistern, bedarf es ein Zugang zu deutscher Rock- und Popmusik. Dies ist derzeit leider nicht der Fall.

Wo sehen sie für Ihre musikalische Arbeit den wichtigsten Veränderungsbedarf?

Der Bund Deutscher Nordschleswiger würde sich wünschen aktiver im Bereich deutscher Rock- und Popmusik zu werden. Doch um erfolgreich zu sein, muss der Wille vorhanden sein, deutsche Rock- und Popmusik grenzüberschreitend zu fördern. Hier ist u.a. die Politik in der Region Sønderjylland-Schleswig gefragt.

Welches sind aus Ihrer Sicht die drei wichtigsten Forderungen an eine neue Landesregierung zur zukünftigen Unterstützung des Musiklebens in Schleswig-Holstein?

  1. Die grenzüberschreitende Musikarbeit noch stärker zu fördern und somit die Kulturregion Sønderjylland-Schleswig zu stärken. 
  2. Ein stärkerer Fokus auf den Bereich Rock und Pop bei der grenzüberschreitenden Musikarbeit. 
  3. Stärkung der soziokulturellen Zentren für Musik in Schleswig-Holstein mit Hinblick auf die grenzüberschreitende Zusammenarbeit.

Haben Sie konkrete Vorschläge für politische Maßnahmen, um diese Forderungen umzusetzen?

Die finanziellen Rahmenbedingungen für Musikakteure im Bereich Rock und Pop verbessern, so dass die Kapazitäten gegeben sind – neben der täglichen Arbeit – auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Akteuren im Landesteil Nordschleswig nachhaltig wahrzunehmen.

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