Kay Prieß - Vorsitzender des Musikerverbandes (MVSH) und im Präsidium der Bundesvereinigung Deutscher Musikerverbände

Welche besonderen Merkmale hat aus Ihrer Sicht das schleswig-holsteinische Musikleben?

Wir haben in der instrumentalen Orchestermusik im Amateurbereich eine ausgewogene Vielfalt. Blasorchester wie Spielmannszüge sind gleichmäßig über das ganze Land verteilt. Das Angebot deckt sowohl den ländlichen Raum als auch die Städte ab und steht alle interessieren Musikern aus allen sozialen Bereichen und allen Altersgruppen offen.

Welche Schwierigkeiten ergeben sich für Sie beim Musizieren / bei Ihrem musikalischen Engagement?

Viele Musikvereine haben Schwierigkeiten öffentliche Probenräume kostenneutral zur Verfügung gestellt zu bekommen. Dabei sind die Ansprüche an diese Räume und Zeiten überhaupt nicht anspruchsvoll. In fast alle Fällen decken normale Schulklassenräume den Bedarf völlig ab.

Wo sehen sie für Ihre musikalische Arbeit den wichtigsten Veränderungsbedarf?

Verbesserungen können natürlich an mehreren Stellen erfolgen, von der öffentlichen Anerkennung der Arbeit in der musikalischen und instrumentalen Ausbildung, der Jugendarbeit, der Kulturförderung und dem sozialpolitischen Engagement in den Vereinigungen bis zur finanziellen Förderung dieser Punkte.
Auch können ganz konkret alle Anfragen der Musikvereine zur Nutzung von Schulräumen außerhalb der Zeiten des schulischen Betriebes positiv und kostenneutral beantwortet werden.  

Welches sind aus Ihrer Sicht die drei wichtigsten Forderungen an eine neue Landesregierung zur zukünftigen Unterstützung des Musiklebens in Schleswig-Holstein?

In der finanziellen Förderung der musikalischen Arbeit in den Blasorchestern, Spielmannszügen, Marchingbands usw. gehört Schleswig-Holstein zu den Schlusslichtern im Bundesgebiet und der Abstand ist in den letzten Jahren noch größer geworden. Diese Entwicklung muss dringend aufgehalten werden, wenn wir nicht auch in der musikalischen Qualität der Ausbildung von Kindern und Jugendlichen irgendwann abgehängt werden wollen.

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