Jan Simowitsch - Fachbereichsleiter "Popularmusik in der Nordkirche"

Foto: privat

Welche besonderen Merkmale hat aus Ihrer Sicht das schleswig-holsteinische Musikleben?

Das schleswig-holsteinische Musikleben zeichnet sich durch ein hohes ehrenamtliches Engagement aus, welches weitestgehend flächendeckend eine Musikkultur garantiert. Unterstützt wird es hierbei von engagierten Kolleg*innen aus Schulen, Musikschulen und Kirchengemeinden.

Welche Schwierigkeiten ergeben sich für Sie beim Musizieren / bei Ihrem musikalischen Engagement?

Gerade für die ehrenamtlichen Musikgruppen fehlen Auftrittsorte, in denen auf die Spezifika dieser Gruppen Rücksicht genommen werden kann. Außerdem ist die Musikschullandschaft durch Geldmangel dermaßen auf Honorarkräfte mit zum Teil sehr kleinen Stundenkontingenten verändert worden, dass die Institutionenübergreifende Arbeit massiv erschwert wird.

Wo sehen sie für Ihre musikalische Arbeit den wichtigsten Veränderungsbedarf?

Die Nachwuchsarbeit ist durch die Umstellung auf G8 deutlich erschwert worden, da es zu einer zeitlichen Verdichtung geführt hat. Nachteile ergeben sich sowohl durch den verstärkten Zeitmangel zwischen Klasse 7 bis 12 als auch durch dieses eine fehlende 13. Schuljahr, in dem dann gut ausgebildete Nachwuchsmusiker*innen nicht mehr für die ehrenamtliche Mitarbeit zur Verfügung stehen..

Welches sind aus Ihrer Sicht die drei wichtigsten Forderungen an eine neue Landesregierung zur zukünftigen Unterstützung des Musiklebens in Schleswig-Holstein?

Ganz klar: Musikunterricht an den Schulen sicherstellen. 13 Jahre lang mit qualifiziertem Personal an allen Schultypen, also Grund-, Gemeinschafts-, Berufsschule (bisher gar nicht dabei!) und Gymnasium.

Entweder ein Zurück zu G9 oder eine starke finanzielle Förderung der Ganztagsschulangebote, um dort Musik fördern zu können.

Förderung kleiner und mittelgroßer Festivals, die ehrenamtlich organisiert werden und zugleich die Förderung der Akademie für kulturelle Bildung in Rendsburg hin zu einer Landesakademie.

Haben Sie konkrete Vorschläge für politische Maßnahmen, um diese Forderungen umzusetzen?

Es geht leider nicht ohne Finanzen. Insofern: Investieren Sie bitte in die Nachwuchsarbeit an den Schulen und an den Musikschulen und im Fortbildungsbereich für Multiplikator*innen!

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