Inklusion in der Musik

Bericht von der Herbsttagung des Landesmusikrates

"Wie definiert sich eigentlich Inklusion?" mit dieser Frage leitete Musikratspräsident Dr. Volker Mader eine zweistündige Kurztagung zum Thema "Inklusion in der Musik" am 24. November im Nordkolleg ein. Eingeladen hatte der Landesmusikrat Schleswig-Holstein Vertreterinnen und Vertreter seiner Mitgliedsverbände zu diesem Zusammentreffen, um sich auszutauschen, gemeinsam über ein Thema nachzudenken und das Netzwerk zu pflegen.

Einen ausgesprochen bunten Reigen von Kurzvorträgen starten Rami Faisal und Stephanie Ewe vom Verein "Tontalente". Die beiden stellten ihre Arbeit im Kulturcafé Kücknitz vor. In diesem Lübecker Stadtteil-Projekt musizieren Geflüchtete und Einheimische zusammen.

Dr. Björn Tischler, Musikpädagoge, langjähriger Studienleiter am IQSH für Musik-Sonderpädagogik und Vorstandsmitglied des Bundesverband Musikunterricht in Schleswig-Holstein präsentierte in einem prägnanten und sehr gerafften Vortrag die Möglichkeiten und Voraussetzungen für Inklusion im schulischen Musikunterricht.

"Nicht ohne uns" - Video aus der Bundesakademie Trossingen


Aus sehr persönlicher Sicht schilderte Hörbie Schmidt, Leiter der Rock- und Popschule Kiel, den schulischen und musikalischen Werdegang seines schwer hörgeschädigten Sohnes Mischa Gohlke, der inzwischen als musikalischer Inklusionsbotschafter bundesweit gefragt ist und selbst in einer professionellen Rockband musiziert. Gemeinsam haben sie mit ihrer Initiative "Grenzen sind relativ" ein inklusives Musikvideo gedreht.


Nach dem abschließenden Impuls durch Michael Schmerschneider, Leiter des Fachbereichs "Musik und Kultur" der Vorwerker Diakonie, der sich mit der Einbindung beeinträchtigter Menschen in den professionellen Veranstaltungsbetrieb beschäftigte, diskutierten die Anwesenden Gäste lebhaft über Inklusion als "Selbstverständlichkeit und Utopie zugleich" (Björn Tischler) und als "Gesellschaftliche Geisteshaltung" (Hartmut Schröder). Deutlich wurde in der Diskussion, dass die Beschäftigung mit dem äußerst umfangreichen Thema nicht an allen Stellen des Musiklebens in Schleswig-Holstein gleichermaßen stattgefunden hat, einzelne Facetten wie die Inklusion anderer Kulturen oder von Menschen mit Beeinträchtigungen stellenweise jedoch in vorbildlicher Weise gelebt wird.

Zurück