[Landesmusikrat Schleswig-Holstein] -  Aktuelles
21. Dez 2009

Fachtagung "Musik vs. Ästhetische Bildung"


Meldung vom Bayerischen Musikrat

Am 27. und 28. November trafen sich die Landesmusikräte (LMR) auf Einladung der Hanns-Seidel-Stiftung in München. Der Anlass: die Empfehlung der Kultusministerkonferenz, die Fächer Musik, Kunst und Sport zum „Studienbereich Ästhetische Bildung“ zusammenzufassen. Im Plenum und in Arbeitsgruppen diskutierten die LMR Rahmenbedingungen zum Erhalt der qualifizierten Musikvermittlung an Grundschulen.

Weil schon Kinder zu viel Zeit vor Computer und Fernseher verbringen und zu wenig bis gar nicht mehr kreativ tätig sind, hat die Kultusministerkonferenz (KMK) im Herbst 2008 eine Empfehlung formuliert, zukünftig im Studienbereich Grundschullehrer die Fächer Musik, Kunst und Sport zum Fächerverbund "Studienbereich Ästhetische Bildung: Kunst, Musik, Bewegung" zusammenzufassen. In dieser Empfehlung sehen die  Landesmusikräte jedoch eine eklatante Bedrohung des Unterrichtsfachs Musik an Grundschulen. So auch Bayerns Musikratspräsident Thomas Goppel: „Die Empfehlung der KMK, wo sie denn umgesetzt wird, und das passiert ja schon in einigen Ländern, führt dazu, dass es keinen qualifizierten und kontinuierlichen Musikunterricht mehr gibt, weil schon im Studium eine fachliche Qualifikation der Musiklehrer nicht mehr gewährleistet ist. Das wird natürlich dort begrüßt, wo sowieso der Musikunterricht ausfällt, weil eben keine Fachlehrer mehr verfügbar sind. Das kann aber nicht die Lösung sein. Dagegen müssen wir entschieden vorgehen.“

Um gemeinsam dieser Entwicklung rechtzeitig gegen zu steuern trafen sich die Landesmusikräte auf Einladung der Hanns-Seidel-Stiftung und in Kooperation mit der Konrad Adenauer Stiftung und dem Deutschen Musikrat am 27. und 28. November zur Klausurtagung in München. Unter dem Motto „Musikalische versus ästhetische Bildung“ diskutierten sie gemeinsam mit Musikverbänden im Plenum und in Arbeitsgruppen die Rahmenbedingungen für zukünftigen Musikunterricht an Grundschulen.

In seinem Impulsreferat erläuterte der Generalsekretär der KMK, Erich Thies, die Überlegungen dieser Empfehlung. Mit dem Ziel, die gegenseitige Anerkennung der Lehramtsabschlüsse in den einzelnen Ländern zu erleichtern, hat die KMK die Fächer Kunst, Musik und Sport an Grundschulen in einem sogenannten Fachprofil „Studienbereich ästhetische Bildung: Kunst, Musik, Bewegung“ zusammengeführt und inhaltliche Anforderungen sowie zu erzielende Kompetenzen als Empfehlung an die Länder formuliert. Dabei handele es sich um eine länderübergreifende Definition dessen, was jeder Grundschullehrer künftig von Kunst, Musik und Sport verstehen sollte, betonte Thies ausdrücklich, eine "Qualifikation in der Breite", die keineswegs die einzelnen Fachlehrer oder gar deren Fächer ersetze.

Das Ergebnis der Klausurtagung soll Anfang Januar dem Bayerischen Kultusminister Ludwig Spaenle übereicht werden, der 2010 den Vorsitz der KMK innehat.


Seite empfehlen   Druckversion Rückruf anfordern Kontakt