[Landesmusikrat Schleswig-Holstein] -  Aktuelles
27. Sep 2011

Allianz für Kunst und Kultur


Landeskulturverband, Kulturforum SH und Kulturpolitische Gesellschaft rufen zu einer Allianz auf

Die drei Spartenübergreifenden Kulturverbände Schleswig-Holsteins, der Landeskulturverband, das Kulturforum Schleswig-Holstein und die Landesgruppe der Kulturpolitischen Gesellschaft rufen zu einer Allianz für Kunst und Kultur auf. Hier der Text des Aufrufs:

"Wir brauchen eine Allianz für Kunst und Kultur in Schleswig-
Holstein

Mit Sorge sehen wir, dass Kunst und Kultur in Schleswig-Holstein wegen der
drastisch eingeschränkten finanziellen Handlungsspielräume des Landes und
der Kommunen in Gefahr geraten auszubluten. Viele kulturelle Einrichtungen
und Organisationen sind in ihrer Existenz gefährdet bzw. können ihre Aufgaben
inzwischen nicht mehr so qualitativ hochwertig und innovativ wie bisher
erfüllen. Schleswig-Holstein bildet bei der Kulturfinanzierung bereits heute das
Schlusslicht in Deutschland; ohne die Mittel des kommunalen Finanzausgleichs
sind es nur etwa 0,3% des Gesamthaushalts. Kunst und Kultur in Schleswig-
Holstein verkraften deshalb keine weiteren Kürzungen.

Der Landeskulturverband, das Kulturforum Schleswig-Holstein und die
Kulturpolitische Gesellschaft fordern die politischen Mandatsträger im Land
und in den Kommunen deshalb auf, sich an folgenden Grundsätzen zu
orientieren:

1.
Kunst und Kultur sind entscheidend für die Persönlichkeitsentwicklung
und Bildung des Einzelnen, für eine demokratische und friedliche Zukunft
unserer Gesellschaft, für die Lebensqualität und die Wirtschaft in
Schleswig-Holstein.
2.
"Kulturhoheit" ist der Kern der Eigenstaatlichkeit der Länder. Kunst und
Kultur gehören deshalb zu ihren Kernaufgaben. Das gilt auch für
Schleswig-Holstein.
3.
Kunst und Kultur bedürfen einer verlässlichen und verstetigten
Mindestfinanzierung, die die Städte und Gemeinden, die Kreise und das

Land als Gemeinschaftsaufgabe wahrnehmen müssen. Das Land
Schleswig-Holstein stellt dabei mindestens einen Förderbetrag bereit,
der sich am Mittel der Förderung von Kunst und Kultur pro Einwohner
aller anderen Bundesländer orientiert. In den kommenden Jahren sind
wenigstens die Tarifsteigerungen und die Steigerung der
Lebenshaltungskosten aufzufangen.

4.
Land und Kommunen sichern Künstlerinnen und Künstlern Freiräume für
kreatives Arbeiten. Sie stellen die notwendige kulturelle Infrastruktur
bereit und tragen dazu bei, dass allen Bevölkerungsgruppen der Zugang
zu Kunst und Kultur ermöglicht wird.
5.
Die Kommunen sind die wichtigsten Träger und Förderer von Kunst und
Kultur. Das Land wird ihnen deshalb Anreize bieten, diese Aufgaben mit
mittel-und langfristigen Perspektiven zu erfüllen. Ausgaben für Kunst
und Kultur werden durch Haushaltssicherungskonzepte nicht
eingeschränkt.
6.
Land und Kommunen stellen zur Planungssicherheit von Kunst und Kultur
Kulturentwicklungspläne auf und aktualisieren sie. Dazu müssen
kommunale und Landeskulturpolitik frühzeitig und ernsthaft den Dialog
mit den Betroffenen und Beteiligten suchen. Ohne ihre intensive
Partizipation ist keine breite gesellschaftliche Zustimmung für
kulturpolitische Entscheidungen zu finden.
Um Innovation zu sichern und Raum für Neues zu schaffen, muss allerdings
auch die bestehende Kunst-und Kulturlandschaft immer wieder kritisch
hinterfragt, müssen kulturelle Einrichtungen und Förderungen überprüft,
verbessert und inhaltlich weiter entwickelt werden.
Kulturpolitische Handlungsspielräume für neue Ideen und Aktivitäten können
nur gewonnen werden, wenn Bestehendes, tradierte Normen und Standards
diskutiert und ggf. zur Disposition gestellt werden.

Der Landeskulturverband, das Kulturforum Schleswig-Holstein und die
Kulturpolitische Gesellschaft laden alle kulturell Aktiven und Engagierten ein,
an der Allianz für Kunst und Kultur in Schleswig-Holstein mitzuwirken."


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