Mange tak for sidst! Vielen Dank an unsere Partner in Dänemark und an die Dozenten. Die gesamte Organisation vor Ort lag in ihrer Hand. Wie in jedem Jahr seit Gründung unserer gemeinsamen Sommerakademie 2000 – der dansk-tysk Messingblæserakademi, wie sie in Dänemark heißt – arbeiteten wir grenzüberschreitend zusammen.
Ende Juli kamen fünfzig Teilnehmer zur deutsch-dänischen Blechbläserakademie. Der jüngste war fünfzehn. Eingeleitet wurde für sie die Woche intensiver Kursarbeit mit einem Konzert ihrer Dozenten: den Trompetern John Frederiksen, Rolf Persson, Bob Lanese und Gert Hattesen, dem Tubisten Jens Wischmeyer, Friedrich Kettschau am Horn, Don Immel an der Posaune und Louise Schroeder am Piano. Zum ersten Mal dabei war Trompeter Russel Campbell aus Dallas/USA.
Es ist ein kleiner Ort. Ende Juli sind dort Schulferien, auch an der Landbrugsskole, wo alle unsere Teilnehmer unterkommen, wo ohne Einschränkungen musiziert werden darf. Der Unterricht beginnt nach dem Frühstück, aber nicht am Instrument sondern zuerst mit Gesangsübungen im Chor. Danach steigen die jugendlichen Musiker ein in die Arbeit mit ihrem Instrument, allein oder in Gruppen. Sie üben Kammermusik im Blechbläserquintett, studieren ihr Solo ein oder improvisieren im Jazzidiom. Jeden Abend kommen die Dozenten zusammen, um den Stundenplan des nächsten Tages zu besprechen. Einer der Teilnehmer sollte dringend seinen Ansatz trainieren; ein anderer braucht Hilfe bei der Interpretation. Das ist das Besondere an Gråsten. Jeder der jungen Musikerinnen und Musiker aus Deutschland oder Dänemark erhält individuelle Förderung.
Sie haben Grenzen überwunden und neue Freunde gewonnen. So wie der junge Musiker, der an der Seite von Nils Landgren erstmals den Mut fasste, vor Publikum zu improvisieren. Der renommierte Jazz-Posaunist und Sänger gab am Dienstag in der Landbrugsskole einen Tagesworkshop. Den Morgen über beantwortete er alle Fragen nach seinem Werdegang. Danach musizierte er mit den Posaunisten. Später gab er ausgewählten Teilnehmern Einzelunterricht. Alle anderen durften zuhören. Seine Begeisterung fürs Spiel steckte jeden an.
Es findet traditionell in St. Marien zu Sønderborg statt. Von Chormusik zum Jazz, vom Solo übers Blechbläserquintett zur Brassband – querbeet ging das Konzertprogramm am Freitag, zur Freude des zahlreich erschienenen Publikums. Mit einem gemeinsamen Grillfest schloss dieser letzte Abend einer arbeitsreichen Woche. 2012 kommen sie wieder, die Dozenten. Durchs Portal der Schule werden dann erneut riesige Kisten mit Notenheften gehievt, für die Materialschlachten im Lehrerzimmer. Es wird wie immer Debatten geben über geeignete Musikstücke, über Schülerinnen und Schüler, und wie sie am besten gefördert werden könnten.